16.04.2021

H.C. Artmann: Von denen Husaren und anderen Seil-Tänzern

illustriert mit XII Holzschnitten von Christian Thanhäuser, 
im ursprünglichen Umbruch der Original-Ausgabe (1959) 
neu herausgegeben und kommentiert von Ondřej Cikán.






XXVI Geschichten über Husaren, Hexen und Seiltänzer, wie sie tapfer und lustvoll durchs Leben gehen, und XXVII Gedichte über Tod, Lentz und Lebensfreude. Eine Hexe sitzt im Apfelbaum und ißt Äpfel, der Frühling ist ein Aderblutenteiser, das Hertz ist eine starcke Bombe.

H.C. Artmann (1921–2000) brachte die österreichische, und überhaupt deutschsprachige Literatur nach 1945 wieder zum Leuchten. Seine "Husaren" sind nicht nur sehr lustig, sondern auch vorbildlich respektvoll. Artmann zitiert fröhlich auf Osmanisch, Slowenisch, Provenzalisch, Spanisch, Latein, Griechisch etc. Aber wo hatte er die Zitate her? 


Für die vorliegende Ausgabe hat der Philologe und Dichter Ondřej Cikán erstmals Artmanns Quellen ausgeforscht. So macht das Büchlein doppelt Spaß.

Alles Gute zum 100. Geburtstag, lieber H.C. Artmann!


Gefördert durch die Stadt Wien, das BMKOES und das Land Oberösterreich.


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H.C. Artmann
Von denen Husaren und anderen Seil-Tänzern
illustriert von Christian Thanhäuser
herausgegeben und kommentiert von Ondřej Cikán
erscheint am 1.6. 2021 / Kētos Band 23
192 Seiten
Hardcover mit Fadenbindung
EUR 20

ISBN: 978-3-903124-23-3

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Leseprobe:

Eine hexe saß im apfelbaum und aß äpfel. Es war noch vor morgen und ordentlich kühl, und die hexe fror fast bis unter die haut, da sie à la hexischer mode nicht mehr um die beine trug, als einen dünnen, seidenen kittel, weiter oben aber gar nichts. Als nun endlich der thessalische hahn krähte, kam ein tapferer husar angerückt, der mußte zu fuß laufen, hatte im gestrigen scharmützel sein gutes roß verloren, war daher heute mehr als zeitig aufgebrochen, um noch vor abend bei seinem regimente zu sein. "Dieser apfelbaum gefällt mir", sagte er …