05.09.2026

Ondřej Cikán: Prinz Aberjaja

Ein Versepos für Kinder (und Erwachsene)
neu illustriert von Lili Richter






Ein namenloser Prinz,
eine kluge Prinzessin,
ein sprechendes Pferd,
ein dreiköpfiger Drache.

Ein Märchen-Versepos
für Kinder und Erwachsene
über das wahre Glück
und die wahre Liebe.


Ondřej Cikán hat das alte tschechische Märchen "Princ Bajaja" adaptiert und in klangvolle Verse gebracht. Ein namenloser Prinz, der von einem sprechenden Pferd erzogen wird, ist auf der Suche nach dem Glück. Er trifft auf Prinzessin Julia, die einem dreiköpfigen Drachen geopfert werden soll. Das sprechende Pferd hält sich an den Grundsatz, dass ein gerader und einfacher Weg immer in die Hölle führt, und deshalb muss sich der Prinz zunächst als Bettler verkleiden. 

Wir im Kétos-Verlag sind überzeugt davon, dass gerade solche erzählende Poesie geeignet ist, bei Kindern das Interesse an der Literatur zu wecken, weil die Sprache hier mehr ist als reine Informationsübermittlung: Die jungen Leserinnen und Leser tauchen in die Rhythmen ein, poetische Bilder entfachen die Phantasie, und alte, seltene Wörter wecken die Neugier. 

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Cikáns "Prinz Aberjaja" wurde mit Paula Beer in der Hauptrolle und in Regie von Anatol Vitouch und Ondřej Cikán als Kurzfilm adaptiert (CZ/AT 2017, Premiere Let's CEE 2017). 


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Die Ausgabe im Kétos-Verlag erscheint mit freundlicher Unterstützung des BMWKMS und der MA7 der Stadt Wien, illustriert von Lili Richter:








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Ondřej Cikán: Prinz Aberjaja
illustriert von Lili Richter

2.10. 2026 / Kētos Band 44
112 Seiten
Hardcover mit Fadenbindung und Lesebändchen
EUR 22 / CZK 320

ISBN: 978-3-903124-44-8

Ondřej Cikán: Nová časomíra

 Músa vládne časem


Čeština je jedním z mála moderních evropských jazyků, ne-li jediným, který je schopen časomíry a má za sebou i bohatou tradici časoměrné poesie.

Česko-rakouský básník Ondřej Cikán tuto tradici nyní oživil. 

Jeho sbírka Nová časomíra shromažďuje písně, nápisy na hroby, satiry, parodie současného dění, a to ve všelijakých tradičních i experimentálních časoměrných rytmech, jež z velké části nelze uskutečnit v přízvučných verších. 

Nová časomíra není jen sensace, ale i velká legrace.

V doslovu se Cikán věnuje teorii časomíry a jejímu uplatnění v praxi.


Ondřej Cikán, narozen 1985 v Praze, žije od roku 1991 ve Vídni. Vystudoval latinu a starořečtinu na Vídeňské universitě a na Universitě Karlově. Píše převážně německy, ale i česky. Za překlady (mj. českých klasiků do němčiny) byl 2023 vyznamenán Rakouskou státní cenou.

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Vychází s podporou města Vídně, kde je čeština uznávaným menšinovým jazykem.

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Ondřej Cikán: Nová časomíra – Músa vládne časem

2.12. 2026 / Kētos svazek 45
96 stran
šitá v pevné obálce, se záložkou
EUR 20 / CZK 270

ISBN: 978-3-903124-45-5

Jaromír Typlt: Vniveč – Dahin

Gedichte / básně



Jaromír Typlt bietet mit seiner Sammlung unter dem klingenden Titel „Vniveč“ („Dahin“, „Vergebens“ oder auch „Zunichte“) Gedichte einer Weggabelung, einer Wende, also im wahrsten Sinne des Wortes einer Krise. 


Každá odpověď je špatná, ale současně jich je mnoho správných. Alles ist mehrdeutig, so gut wie jedes Wort ist irgendwie verkehrt, aus dem Zusammenhang geschoben. Es sind Rätsel ohne Lösung. Jede Antwort ist falsch, aber zugleich sind viele Antworten richtig.


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Typltova sbírka „Vniveč“ skýtá básně rozcestí, zvratu: krize v původním slova smyslu. Vše je víceznačné, téměř každé slovo je překroucené a vysunuté ze souvislosti. Jde o hádanky bez rozluštění. Sbírka Vniveč v tomto znění vyšla doposud pouze jako unikátní autorská kniha grafika Jana Měřičky v roce 1999.




Jaromír Typlt, narozen 1973 v Nové Pace, je básník, performér a kurátor galerie Art brut Praha. Vystudoval bohemistiku a filosofii na Karlově universitě. 1994 byl vyznamenán cenou Jiřího Ortena. 

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Jaromír Typlt, geboren 1973 in Nová Paka, ist Dichter, Performer (auch auf Deutsch) und Kurator der Galerie Art brut Praha. Er studierte Bohemistik und Philosophie an der Prager Karlsuniversität. 1994 wurde er mit dem Jiří-Orten-Literaturpreis ausgezeichnet. 


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Weitere zeitgenössische tschechische Dichterinnen im Verlag Kētos sind u.a. Zuzana Lazarová und Iveta Ciprysová, Radka Rubilina und Adam Borzič, Erwin Fellner und Ondřej Cikán, der auf Deutsch und Tschechisch schreibt.


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Unterstützt von der Stadt Wien und vom Kulturministerium der Tschechischen Republik. 

Vychází s podporou města Vídně a MKČR. 


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Jaromír Typlt: Vniveč – Dahin

übersetzt von / přeložil Ondřej Cikán

mit Abbildungen der Kunstbuch-Erstausgabe von Jan Měřička 

s vyobrazeními prvního autorského vydání Jana Měřičky

Česky / Deutsch 


2.10. 2026, Band / svazek 43

64 Seiten / stran

Hardcover mit Fadenbindung / vazba šitá v pevné obálce

EUR 18 / CZK 250


ISBN: 978-3-903124-43-1

04.05.2026

Lesungen und Buchmessen


WIEN

27.8. 2026, 20:00
Filmvorführung Menandros & Thaïs, OmeU,
mit anschließendem Gespräch mit Co-Regisseur und Autor der Romanvorlage Ondřej Cikán.
Burgkino, Opernring 19, 1010 Wien.
Reservierungen jetzt schon empfohlen!
Im Rahmen der Internationalen Byzantinistik-Konferenz ICBS.


FRANKFURT

7.10. – 11.10. 2026
Franfurter Buchmesse
Das Kétos stellt aus 
Stand 3.1 C58

Xenophon: Ephesiaka – Habrokomes und Anthia

Liebes-Abenteuer-Roman aus Ephesos über Habrokomes und Anthia





Die "Ephesiaka" des Pseudo-Xenophon (1. Jh. n. Chr., gemeinhin als Xenophon von Ephesos bekannt) gelten als der anspruchsloseste, ja schundigste der fünf erhaltenen altgriechischen Liebes- und Abenteuerromane. Gerade deswegen ist Xenophons Roman als reizvoller und kurzweiliger Einstieg in das Genre bestens geeignet. Die Handlung ist prototypisch: Die schönste Jungfrau der Welt und der schönste Jüngling der Welt heiraten und begeben sich in die Flitterwochen. Unterwegs werden sie von Piraten entführt und bald voneinander getrennt. Ab diesem Zeitpunkt suchen sie einander auf einer spannenden Irrfahrt durch die Levante, Ägypten, Sizilien und Italien.

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Die Ausgabe des Kétos bietet neben der Übersetzung und einer neuen Edition des Originals auch ersten modernen Kommentar, der neue Erkenntnisse zu Xenophons Inspirationsquellen enthält. Diese sprechen dafür, dass der flott erzählte Roman vielleicht doch nicht so anspruchslos ist, wie bisher angenommen.

Übersetzung, Edition und Kommentar wurden von Georg Danek besorgt, einem Spezialisten für Homer und altgriechische Abenteuerromane an der Universität Wien. 
Im Verlag Kétos ist bereits die kommentierte Übersetzung des Romans Daphnis und Chloë von Longos erschienen, an der Georg Danek mit Ondřej Cikán zusammengearbeitet hat. 

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Mit freundlicher Unterstützung der Kulturabteilung der Stadt Wien.

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Xenophon: Ephesiaka – Habrokomes und Anthia

herausgegeben, übersetzt, kommentiert von Georg Danek
Altgriechisch / Deutsch 

November 2026, Band 42
ca. 256 Seiten
Hardcover mit Fadenbindung
EUR 22

ISBN: 978-3-903124-42-4

Jan Křesadlo: Astronautilia I + II

Science-Fiction-Hexameter-Epos

Im Jahr 1994 verfasste der polyglotte tschechische Autor und Psychologe Jan Křesadlo (1926–1995) das Epos "Astronautilia" (oder "Hvězdoplavba" – "Die Sternfahrt"), und zwar in homerischem Altgriechisch. Anschließend übersetzte er die fast 7000 Hexameter im Versmaß ins Tschechische. 

Die Handlung: In ferner Zukunft wird entdeckt, dass es ein Wesen geben muss, das den Weltraum beobachtet und ohne dessen Beobachtung das All nicht existieren kann. Dieses Wesen ist ein Schaf. Ein böser Wächter namens Mandys entführt es, und Kapitän Nemo wird mit einer Besatzung aus Robotern, Theroiden und Männern entsandt, um Schaf und Entführer in den Schluchten des Weltraums zu fassen.

Die Rahmenhandlung: Die Verfolgungsjagd führt Kapitän Nemo und dessen stinktiergestaltigen Allübersetzer Franta ins Prag der frühen 1990er Jahre. Um ins Tatragebirge zu gelangen, wo ihr Raumschiff sie abholen soll, benötigen sie wider Erwarten Personalausweise, weil die Tschechoslowakei inzwischen zerfallen ist. Ein gewisser Archivar borgt ihnen seinen Ausweis zwecks Fälschung, verlangt als Gegenleistung aber einen Science-Fiction-Roman. Der Allübersetzer Franta glaubt, in der Renaissance zu sein, und liefert ihm ein Epos auf Altgriechisch: die Astronautilia. 

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Jetzt erscheint dieses amüsante Opus magnum Křesadlos zu dessen 100. Geburtstag erstmals auf Deutsch – und zwar in archaisierenden Hexametern, übersetzt von Ondřej Cikán, der als Altphilologe und Träger des Österreichischen Staatspreises für lit. Übersetzung sowohl im Altgriechischen als auch im Tschechischen zu Hause ist. Die sorgfältige Edition des altgriechischen Originals besorgte der Homer-Spezialist Georg Danek von der Universität Wien. Das war ein Desiderat, weil der griechische Text in der Originalausgabe nur als Faksimile des Manuskripts gedruckt worden ist. 

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Unsere Ausgabe ist dreisprachig – beide Originale (Altgriechisch, Tschechisch) samt deutscher Übersetzung – und erscheint in zwei Bänden auf nur rund 950 Seiten.

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Gedruckt mit freundlicher Unterstützung des Tschechischen Kulturministeriums MKČR und der Kulturabteilung der Stadt Wien.
Die Übersetzung wurde gefördert durch ein Arbeitsstipendium des Österreichischen Kulturministeriums BMWKMS. 

Vychází za podpory Ministerstva kultury ČR a kulturního oddělení města Vídně. 
Práce na překladu byla podpořena stipendiem Rakouského ministerstva kultury BMWKMS. 

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Jan Křesadlo: Astronautilia (Hvězdoplavba, Die Sternfahrt)
tomus I. + tomus II.
Band I + Band II
svazek I + svazek II

Übersetzung / překlad: Ondřej Cikán
Edition / edice: Georg Danek, Ondřej Cikán
Česky / Starořecky / Altgriechisch / Deutsch 

Oktober 2026, Kétos 40
ca. 496 + 496 Seiten / stran
Hardcover mit Fadenbindung / vazba šitá v pevné obálce
mit Lesebändchen / se záložkou

EUR 30 + 30 / CZK 520 + 520
Vorbestellungspreis bis 30.9. 2026:
EUR 25 + 25

Band / svazek 1:
ISBN: 978-3-903124-40-0
Band / svazek 2:
ISBN: 978-3-903124-41-7

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Leseprobe aus dem XIV. Gesang:

Aber explodiert wär’ damals gewiß unser Sternschiff,
Wenn der Roboter Einer geöffnet nicht hätte den Hülfsjet.
Schrecklich gewaltige Kraft trieb jetzt das rüstige Schiff an,
Kerne zerspaltend; und sehr nun stürzten wir schnell in des Kosmos
Schlucht, hinfort vom Verderb’ im Pulsare, vom Boote des Kypta,
Weit hinfort auch von allen bekannten uns Bahnen der Sterne,
Welche unsere Rechner enthielten in ihrem Gedächtniß’
Oder welche wir kannten, erfahrene kosmische Wölf’ zwar:
Sonnen, Planeten ringsum und Geschöpfe, die diese bewohnen.
Doch die atomische Kraft, die wuchtige, trieb in die Ferne
Unbekanntes uns Raums, dessen Kenntniß wir nimmer besaßen.
Wir nun vergaßen sofort des Kypta, des Goldes, der Barke,
Rauften das Haar uns vom Haupt’ und schlugen gewaltig die Köpf’ uns,
Und schwer seufzend versuchten wir auch, Gebethe zu sprechen,
Ob nicht irgendein Gott in den Tiefen des Kosmos doch lebe […]



20.02.2026

Radka Rubilina: Balčik

Gedichte / básně



Am Schwarzen Meer, in der bulgarischen Stadt Balčik (Baltschik), dem antiken Dionysopolis,
befindet sich das Sommerschloss der rumänischen Königin Maria, das unzählige kulturelle Einflüsse in sich vereint, samt Schlosspark, dem „Stillen Nest“. Außerdem steht in Balčik ein Tempel der Kybele.

Kybele war ursprünglich ein Mann, aus dessen Geschlechtsteil ihr Geliebter, der Jüngling Attis, erstand. Als dieser eine andere Frau heiraten wollte, schlug Kybele ihn mit Wahnsinn. 

Rubilina vermengt die Schicksale Kybeles und Marias mit den Sehnsüchten einer heutigen Sprecherin: Mythos und Gegenwart: Wer kann’s unterscheiden? 


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Radka Rubilina ist Direktorin des Tschechischen Zentrums in Sofia, leitete zuvor jenes in Kyjiw. 
Sie ist Slawistin (Doktorat an der Uni Konstanz), Übersetzerin aus dem Russischen, Ukrainischen und Bulgarischen, wirkte als Menschenrechtsbeauftragte in postsowjetischen Ländern. Sie gibt regelmäßig literarische Arbeiten von Häftlingen russischer Gulags heraus. 

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Weitere zeitgenössische tschechische Dichterinnen im Verlag Kētos sind Zuzana Lazarová und Iveta Ciprysová

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Unterstützt von der Stadt Wien und vom Kulturministerium der Tschechischen Republik. 

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Radka Rubilina: Balčik
übersetzt von / přeložil Ondřej Cikán
Česky / Deutsch 

18.3. 2026, Band / svazek 39
96 Seiten / stran
Hardcover mit Fadenbindung / vazba šitá v pevné obálce
EUR 22 / CZK 250

ISBN: 978-3-903124-39-4

Rudolf Stueger: Alles in Ordnung

Ein alphabetisches Gemälde

„Alle Sprache ist am Ende Grusellyrik“, schreibt Rudolf Stueger in seinem experimentellen 
„alphabetischen Gemälde“, wo alles gleichzeitig geschieht:


Der Autor hat die einzelnen Sätze dreier unterschiedlicher Erzählungen miteinander verwebt, unter Einhaltung gewisser Zusatzregeln alphabetisch geordnet und nach wiederum anderen Regeln mechanisch gekürzt und aneinander angeglichen. 
Das Ergebnis ist ein Roman, dessen Handlung man nicht chronologisch erfährt, sondern nach und nach detektivisch zusammensetzen muss. Es ist eine liebevolle Parodie unserer Zeit, eine Antwort auf KI-generierte Rhetorik und die fragmentarische Schnelllebigkeit sogenannter sozialer Medien.

Zugleich erinnert Stuegers "Alles in Ordnung" an die mechanische Literatur des Surrealismus oder an die Collagengedichte "Kolonialmundart" des österreichisch-tschechischen Sicherheitsexperten Erwin Fellner. 

Rudolf Stueger, geboren 1984 im Salzkammergut, lebt als freier Schriftsteller und Videokünstler in Wien und Ebensee.

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Unterstützt durch die Stadt Wien und durch Stipendien des österreichischen Kulturministeriums (BMKÖS, BMWKMS) seit 2019.

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Rudolf Stueger: Alles in Ordnung
Alphabetisches Gemälde
Deutsch
18.3. 2026 / Kētos Band 38
Hardcover mit Fadenbindung 
144 Seiten
EUR 25

ISBN: 978-3-903124-38-7







26.10.2025

Josef Kocourek: Jensen und Lilie

Roman








Josef Kocourek (1909–1933) war ein Ausnahmeautor aus dem ländlichen Nordböhmen, der als Gymnasiast einen Roman nach dem anderen schrieb und einen nach dem anderen wieder verbrannte.

Während der Maler Jensen („Nurtraum“) nach der idealen Farbe und Linie sucht und der Club der Außergewöhnlichen die Möbel aufrechter Bürger verschiebt, treibt der Nihilist die gesamte Weltbevölkerung in den Selbstmord.
Aber eigentlich ist vor allem ein 17jähriger unglücklich verliebt.

Ein jugendliches, energiegeladenes Feuerwerk.

Bereits auf Deutsch erschienen ist Kocoureks
radikal leidenschaftlicher Roman „Frau“.

Während der Roman "Frau" allerdings nur in der dritten Fassung aus dem Jahr 1929 erhalten ist, als Kocourek schon 20 Jahre alt war, haben wir es mit "Jensen und Lilie" mit einem Werk des siebzehnjährigen Kocourek aus dem Jahr 1926 zu tun.

Kocourek, ein Zeitgenosse der Poetisten und Surrealisten Vítězslav Nezval und Konstantin Biebl, war seiner Zeit voraus. Absurde Szenen seines Romans "Jensen und Lilie" erinnern an Autoren wie Boris Vian oder Wolfgang Bauer. Beeinflusst ist Kocourek von Joseph Delteil, den sein Gymnasiallehrer Miloslav Jirda aus dem Französischen übersetzte.

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Gefördert durch das Kulturministerium der Tschechischen Republik
und ein Arbeitsstipendium des BMKÖS. 

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Josef Kocourek: Jensen und Lilie
übersetzt und mit Nachwort versehen von Ondřej Cikán,
illustriert von Josefine Schlepitzka

Herbst 2025 / Kētos Band 36
112 Seiten
Hardcover mit Fadenbindung
EUR 22 / CZK 320

ISBN: 978-3-903124-36-3

Iveta Ciprysová: Kořen a kloub / Wurzel und Gelenk

první, rovnou zrcadlové vydání s německým překladem Ondřeje Cikána

Gedichte / Básně





Kořen a kloub je po Na hrotu studny druhou básnickou sbírkou Ivety Ciprysové. 
Něžný symbolismus se mísí s jemnými prvky hororu. 
Podobně jako v první sbírce střídá Ciprysová obratně perspektivy. Jednou hovoří muž, jindy žena, oslovený se stává oslovujícím. Takto se básnířčin hlas takřka vtěluje do různých postav, čímž se básně stávají – při vší temnotě – hřejivě intimními.

Wurzel und Gelenk ist nach Auf der Speerspitze des Brunnens die zweite Lyrik-Sammlung der tschechischen Dichterin Iveta Ciprysová. 
Zärtlicher Symbolismus vermengt sich mit sanften Elementen des Horrors.
Ähnlich wie im vorangegangenen Band wechselt Ciprysová geschickt die Perspektiven. Einmal spricht ein Mann, mal eine Frau, der Angesprochene wird zum Sprecher. So bewohnt die Stimme der Dichterin verschiedene handelnde Personen, und die Gedichte werden dadurch – bei aller Düsternis – angenehm intim.

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Vychází s podporou Ministerstva kultury ČR. Překlad byl podpořen stipendiem Rakouského ministerstva Kultury.
Gefördert durch das Kulturministerium der Tschechischen Republik
und ein Arbeitsstipendium des BMWKMS. 

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Iveta Ciprysová: Kořen a kloub / Wurzel und Gelenk
übersetzt von / přeložil Ondřej Cikán,
mit einem Frontispiz von / frontispic pořídila Marie Kateřina Limberská

2025 / Kētos 37
96 Seiten / stran
Hardcover mit Fadenbindung / vazba šitá v pevné obálce
EUR 22 / CZK 250

ISBN: 978-3-903124-37-0

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Když byly plameny nejsilnější
kdosi mi narazil na hlavu hliněný hrnec
a řekl:
Pokud je vesmír nekonečný
pak jeho střed
je všude

Als die Flammen am stärksten waren
setzte mir jemand ein irdenes Reindl auf den Kopf
und sagte:
Wenn das Weltall unendlich ist
dann ist sein Mittelpunkt
überall

08.03.2025

   



Der Verlag Kētos unterstützt mit seinen bescheidenen finanziellen Mitteln Waffenlieferungen an die Ukraine, insb. durch Spenden an die ukrainische Botschaft in Prag, die Waffen kauft und sie in Zusammenarbeit mit der Tschechischen Republik in die Ukraine bringt:

Die Seite ist auch auf Deutsch. IBAN im Link.

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Wie können Freiheit und Demokratie gegen Diktaturen bestehen? Indem diejenigen, die in Freiheit leben, auf handfeste Weise denen beistehen, die für Freiheit und Demokratie kämpfen.

Wenn wir, die wir in Freiheit leben, unsere Verbündeten, die um ihre und unsere Freiheit kämpfen, im Stich lassen, kennen wir den Wert der Freiheit nicht – auch nicht unserer eigenen. Dann ist es kein Wunder, dass sich unsere Gesellschaften Führer wie Trump wählen, der sich offen gegen eigene Verbündete wendet und sich auf die Seite der Diktaturen stellt, die er bewundert und nachahmt, denen er offensichtlich dient.

Wenn wir nicht in einer Welt leben wollen, in der Diktaturen unser Leben bestimmen, müssen die Diktaturen sehen, dass Angriffe auf Freiheit und Demokratie nicht belohnt, sondern bestraft werden. Und umgekehrt dürfen Länder, die sich für Demokratie und Freiheit entscheiden, für diese Entscheidung belohnt und nicht bestraft werden, sei es Taiwan, Georgien oder die Ukraine. Sonst spricht es sich noch herum, dass Unterwerfung und Unterdrückung sich auszahlen.

Dafür braucht es ein starkes Europa und eine starke Ukraine, die wider Willen zu Europas Schild geworden ist gegen ein Russland, das auch Mitteleuropa als seinen rechtmäßigen Besitz betrachtet. Neutralität zeugt nur von fehlendem Selbsterhaltungstrieb.

Слава Україні! 

03.02.2025

Josef Kocourek: Frau

 übersetzt und mit Nachwort versehen von Ondřej Cikán






Josef Kocourek (1909–1933) ist eine unglaubliche Entdeckung. Trotz seines sehr kurzen Lebens in bitterarmen Verhältnissen an der tschechoslowakischen Peripherie im nördlichen Sudetenland hinterließ er ein umfangreiches Werk, das großteils erst in den 1960er Jahren, in weiten Teilen überhaupt erst nach 2020 aufgearbeitet und ediert worden ist. 

Kocoureks Romane, Erzählungen und Gedichte fügen sich einerseits in die goldene Zeit der tschechischen Literatur – die Moderne der 1920er Jahre – bestens ein, andererseits geht der wilde Autor, der seine Werke in atemberaubenden Tempo zwischen Holzhacken und Studium schrieb, ganz eigene Wege. Eine solche Verbindung von Surrealismus (vgl. Nezval und Biebl), Sozialroman und tschechischer Romantik (vgl. Mácha) findet sich sonst kaum.

Den Roman "Frau" schrieb Kocourek seinen Tagebüchern und Zeitzeugen zufolge in jeweils nur ca. fünf Tagen dreimal – mit 17, 18 und 20 Jahren –, wobei er die älteren Versionen immer verbrannte. Der Roman handelt von Anna Zavřelová, die aus ihrer erzwungenen Ehe flieht, sich mit verschiedenen Verbrechern einlässt, wüste Abenteuer erlebt, schließlich scheitert und zugleich auf tragische Weise triumphiert. Extreme Leidenschaft wird mit der Gewalt einer Dampflokomotive illustriert, äußerste, fast mittelalterliche Armut trifft auf gehobenes Bürgertum. Die Perspektiven wechseln ständig, sodass man sich kaum sicher sein kann, ob das Erzählte wahr ist. 

Deutschsprachige Leserinnen und Leser werden da und dort Vergleiche zu Hauptmanns "Bahnwärter Thiel" oder zu Hesses "Steppenwolf" ziehen, aber bei Kocourek ist die strahlende Heldin eine Frau – die Frau schlechthin –, was die sympathisch obsessive Verehrung alles Weiblichen in der tschechischen Literatur der Zwischenkriegszeit auf die Spitze treibt. Und Kocoureks traumartiger Stil ist so erdverbunden, romantisch, bilderreich, dass es so wirkt, als hätte der Romantiker Karel Hynek Mácha hochselbst einen Gesellschaftsstudie geschrieben.

Auf jeden Fall empfehlenswert ist ein Vergleich von Kocoureks Roman "Frau" mit dem etwas später verfassten programmatischen Roman des Poetismus "Valerie und die Woche der Wunder" von Vítězslav Nezval. 

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Gefördert durch das Kulturministerium der Tschechischen Republik
und ein Arbeitsstipendium des BMKÖS. 

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Josef Kocourek: Frau
übersetzt und mit Nachwort versehen von Ondřej Cikán,
mit einem Frontispiz von Josefine Schlepitzka

März 2025 / Kētos Band 35
144 Seiten
Hardcover mit Fadenbindung und Lesebändchen
EUR 25 / CZK 390

ISBN: 978-3-903124-35-6

Jana Černá = Honza Krejcarová: Kollektive Einsamkeit

übersetzt von Martina Lisa






Als Honza Krejcarová machte sie sich ab den späten 1940er Jahren in der tschechischen Untergrundszene einen Namen. Als Jana Černá publizierte sie in der Tauwetterperiode der 1960er Jahre die Kurzgeschichtensammlung "Es waren nicht meine Kinder" über unaussprechliche Erinnerungen und offene Wunden nach dem Zweiten Weltkrieg – sowie die Novelle "Heldentum ist Pflicht" über das Hadern verschiedener Charaktere mit der stalinistischen Aufbaueuphorie in der Nachkriegstschechoslowakei. 

Die Prosaarbeiten Jana Černás sind heute besonders aktuell, und das nicht nur deshalb, weil sich das Ende des Zweiten Weltkriegs zum 80. Mal jährt. Černá beschreibt eine Gesellschaft, die mit aktivistischer Begeisterung und in Angst die gerade erst wiedergewonnene Demokratie demontiert. Und sie beschreibt das Schweigen der Opfer unvorstellbarer nationalsozialistischer Grausamkeit, die sich mal mehr, mal weniger mit unvermeidlichen Gedanken an Rache befassen. 

Jana Černá (1928–1981) war die Avantgarde der Zwischenkriegszeit in die Wiege gelegt, was durchaus folgenschwer war. Ihre Mutter, die Journalistin Milena Jesenská, wurde 1944 im KZ Ravensbrück ermordet, ihr geschiedener Vater, der Architekt Jaromír Krejcar, lebte im englischen Exil. Karel Teige, der große Theoretiker des tschechischen Poetismus und Surrealismus (vgl. Nezval und Biebl), war Černás Patenonkel und starb an einem Herzinfarkt vor einer Hausdurchsuchung 1951. Ihr erster Ehemann, der tschechisch-jüdische Autor und KZ-Überlebende Pavel Fischl (Gabriel Dagan), ist vor dem Stalinismus nach Israel geflohen. Mit ihrem außergewöhnlichen, auf surrealistischer Tradition beruhendem Stil und ihrer rohen Zärtlichkeit übte Černá einen großen Einfluss auf die Prager Untergrundliteratur aus (vgl. Bondy und Vodseďálek). 

Von Jana Černá ist im Verlag Kētos bereits der Band Totale Sehnsucht erschienen. 

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Gefördert durch das Kulturministerium der Tschechischen Republik
sowie durch den Deutschen Übersetzerfonds im Rahmen des Programms "Neustart Kultur" der Beauftragten der deutschen Bundesregierung für Kultur und Medien.

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Jana Černá = Honza Krejcarová: Kollektive Einsamkeit
Es waren nicht meine Kinder – Heldentum ist Pflicht
übersetzt von Martina Lisa

März 2025 / Kētos Band 34
192 Seiten
Hardcover mit Fadenbindung und Lesebändchen
EUR 25 / CZK 390

ISBN: 978-3-903124-34-9

16.01.2024

Österreichischer Staatspreis für literarische Übersetzung 2023 an Ondřej Cikán


Gratulation an Ondřej Cikán zum österreichischen Staatspreis für literarische Übersetzung 2023!  

"Die Jury hob insbesondere Cikáns Übersetzungsstil hervor, der selbst bei den komplexen Originaltexten von besonderer Sprachgewandtheit zeugt. Außerdem wurde auf seine Fähigkeit hingewiesen, auf beständig souveräne Art und Weise Übersetzungen aus verschiedensten Textgenres – von Romanen über experimentelle Novellen bis hin zu moderner Lyrik – zu meistern." 

Das ist schön. Das Kētos dankt.

Auch die Briefmarke ist sehr schön geworden, gleichwohl das gewählte Photo nicht mehr ganz aktuell erscheinen könnte.

 

06.11.2023

Ondřej Cikán: Blühende Dämonen

 Gedichte, Mikroromane, Lieder (enthält das Zonengedicht "Nocturno für Eurydike")




Nach "Mein Liebling ist Gewölk" legt Ondřej Cikán eine weitere Sammlung von Gedichten und Mikroromanen vor. 

Das Buch "Blühende Dämonen" enthält das Zonengedicht "Nocturno für Eurydike", ein berührendes Epos über Hoffnung, Enttäuschung und Sehnsucht, das der dämonischen japanischen Sängerin Doji Morita gewidmet ist. 

Die Mikroromane des Bandes ("Lilith Puella Magica" und "Sara Kali") kreisen um Magische Mädchen und deren Kampf gegen Dämonen der Nacht. 

Die Abteilung "Folgende Gedichte" setzt sich mit der Reaktion von Teilen der westlichen Gesellschaft auf die Bedrohung der Demokratie durch aggressive Diktaturen auseinander. Politische Gedichte sind eigentlich nicht wirklich Cikáns Ding, aber er hat von Bondy und Vodseďálek gelernt.

Zum Schluss verwandeln zwei schmalzige Lieder samt Partitur den Autor in eine Enka-Sängerin, weil jeder echte Mann danach strebt, die Präzision und Zärtlichkeit von Natsuko Godai zu erreichen. Partituren dieser und weiterer Kompositionen Cikáns stellt der Verlag auf Anfrage gratis als PDF zur Verfügung: buch@ketos.at

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Auf Zonengedichte wie Cikáns "Nocturno für Eurydike" legt der Verlag Kētos gerade einen besonderen Schwerpunkt. Zonengedichte sind ein tschechisches Genre, das sich unter dem Eindruck des Gedichts "Zone" von Guillaume Apollinaire in Übersetzung von Karel Čapek entwickelt hat. Apollinaires "Zone" in neuer Übersetzung und Vítězslav Nezvals Zonengedicht "Edison" sind enthalten in Nezval: "Ein Dichter bei Nacht". Weitere Zonengedichte bieten die Bände Biebl, Bondy und Cikáns "Mein Liebling ist Gewölk". Inspiration zu Cikáns "Nocturno für Eurydike" findet sich außerdem auch bei Sajath-Nova, Mácha, Březina und Hlaváček.

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Gefördert durch die Stadt Wien und das BMKÖS.

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Ondřej Cikán
Gedichte, Mikroromane, Lieder (mit dem Zonengedicht "Nocturno für Eurydike")
herausgegeben von Josefine Schlepitzka
1. Dezember 2023 / Kētos Band 33
125 Seiten
Hardcover mit Fadenbindung und Lesebändchen
EUR 22 / CZK 320

ISBN: 978-3-903124-33-2

Erwin Fellner: Kolonialmundart

Gedichte





Erwin Fellner wurde als Kind tschechisch-österreichischer Eltern in Triest geboren, arbeitet im Bereich der Sicherheitstechnologien und lebt in Wien, Kbely bei Prag und Dubrownik.

Mit seinen Gedichten wollte er eigentlich auf die zögerliche Haltung Österreichs und Deutschlands in Bezug auf die Unterstützung der Ukraine gegen die russische Aggression reagieren. 

Tatsächlich hält Fellner der zeitgenössischen deutschsprachigen Lyrik einen interessanten Spiegel vor. 

Noch interessanter wird der Band aufgrund der Illustrationen von Maximiliane Leni Armann.


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Unterstützt durch die Stadt Wien und das Kulturministerium der Tschechischen Republik.

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Erwin Fellner: Kolonialmundart
Gedichte
illustriert von Maximiliane Armann
Deutsch
1. Dezember 2023 / Kētos Band 31
Hardcover mit Fadenbindung 
48 Seiten
EUR 18 / CZK 200

ISBN: 978-3-903124-31-8

07.01.2023

Antonín Sova: Warum so spät?

Gedichte
Symbolismus vom Feinsten III

ENDLICH IN DRUCK! ERSCHEINT IM MÄRZ 2025



Antonín Sova (1864–1928) gehört neben Otokar Březina und Karel Hlaváček zum großen Trio des tschechischen Symbolismus. – So sah es zumindest Vítězslav Nezval.

Anders als der jung verstorbene Hlaváček und der perfektionistische Březina, der sein Werk nach fünf Bänden für abgeschlossen erklärte, war Sova sehr produktiv und lebte lang genug, um viele verschiedene Stile auszuprobieren. Insgesamt kann man sagen, dass Sovas Gedichte zum Impressionismus tendieren. Die Literatur seiner Zeit prägte Sova nicht nur als Dichter, sondern auch als Direktor der Prager Stadtbibliothek.

Besonders schön sind Sovas sehnsüchtige Liebesgedichte, die oft von verpassten Gelegenheiten handeln. Über Nacht berühmt geworden ist Sova durch ein Schmähgedicht gegen Theodor Mommsen, der im Jahr 1897 dazu aufrief, die Tschechen mit Gewalt zu unterdrücken.

Der Auswahlband Sova: "Warum so spät?" versteht sich als Ergänzung zu Otokar Březina und Karel Hlaváček und ist auch in Bezug auf das Nachwort schlanker gehalten. Er enthält Sovas berühmteste Liebesgedichte wie "Wer zauste so ihr dunkles Haar?" oder "Prinzessin Lyoleja" und zusätzlich eine kleine Abteilung politischer Gedichte.

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Unterstützt durch das Kulturministerium der Tschechischen Republik 
und ein Übersetzerstipendium des BMKÖS.

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Antonín Sova: Warum so spät?
Symbolismus vom Feinsten III
ausgewählt und übersetzt von Ondřej Cikán
Tschechisch / Deutsch
März 2025 / Kētos Band 27
96 Seiten
Hardcover mit Fadenbindung
EUR 22 / CZK 320

ISBN: 978-3-903124-27-1


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Leseprobe:

Wer zauste so Ihr dunkles Haar?

Als sie in meinen Garten kam, fiel schon die letzte Blüte,
Die Sonne lag im Horizont am Wegrand müd, verglühte.

Warum so spät, hab ich gefragt. Die letzte Sonne wird geweckt,
Die Glocken sind im Dunst verstummt, die Vögel sind im Gras versteckt,

Und meiner Wiesen Duft ist Gram, und in das trübe Wasser fiel 
Ein Schatten, der aufs Boot sich legt, und alles ist ein leeres Spiel –

Daß nach der Ferne fort ich will, dort nach der grünen Niederung –
Ich hebe Fahnen auf den Mast, des weißen Segels Takelung.

Im Frühling hab ich Sie ersehnt, als hell die blauen Weiten klangen
In meiner Strahlensaiten Licht, um Ihre Stimme einzufangen.

So sagen Sie, in welchen Breiten damals Ihre Liebe war?
So sagen Sie, in wessen Frühling? Wer zauste so Ihr dunkles Haar?

Wo hat in Ihre offnen Fenster heiß die Nacht gesungen?
Ich sehnte mich erstickt, umsonst, von Stille eng umschlungen.

Und jetzt! Ich denke noch zurück und will schon fort, will nicht mehr warten
Und will schon weit aufs Meer hinaus. Sie kommen blaß in meinen Garten?

Für uns scheint hier die Sonne nicht, kein Berg besingt das Tageslicht.
Uns duftet nirgends mehr das Gras, in unserm Meer kein Lied in Sicht,

Allein will ich nun nach dem Märchenklang des Herbstes hörn. Ich fahr –
Allein, das Neue Land zu suchen. Wer zauste so Ihr dunkles Haar?